Hallo,
hier möchte ich kurz meine Geschichte bzw mein erlebtes niederschreiben, vllt finden mich ja Leute die mich noch kennen
Ich komme ursprünglich aus Berlin, hatte eine sehr schwere Kindheit, war nicht gerade sehr liebevoll, hab meinem Vater viel Sorgen bereitet. Angefangen vom Rauchen über Schule schwänzen, bishin übers nach Hause kommen wann ich wollte oder tagelanges verschwinden und noch schlimmeres was ich hier aber nicht näher erläutern mag. Er suchte sich Hilfe beim Jugendamt, wir haben sogar eine Familienhilfe gestellt bekommen, aber dies half nix, da ich einfach keine Lust drauf hatte, mir Vorschriften anhören zu müssen. Irgendwann hatte mein Vater keine Lust mehr und sperrte mich in der Wohnung ein, da ich ihn dann erpresste, fuhr er mich in ein Kindernotdienst bis wir wieder einen Termin bei meinem Jugendamtsmitarbeiter hatten. Zu diesem Termin erschienen wir beide und dort wurde über ein Kinderheim gesprochen, da ich ein sehr rebellisches Mädchen war hatten sie nur eine Möglichkeit, ich musste / durfte mir das Heim aussuchen. Wir fuhren also im Jahre 1999 als erstes zum Kinder - und Jugenddorf Rankenheim in Groß Köris. Als wir durch den Wald zum Heim fuhren dachte ich mir erst mal "oh Gott wo bistn hier gelandet" doch dann kamen wir näher, parkten auf dem Parkplatz und betraten das Grundstück, als ich sah wie groß es war, das dort Tiere waren war ich total begeistert. Wir machten mit dem Heimleiter einen Rundgang, ich sah zu diesem Zeitpunkt kaum andere Kinder da diese zu diesem Zeitpunkt alle in der Schule waren bzw im Schulprojekt Wir hörten uns alles an, gingen dann wieder und im Auto sagte ich dann zu meinem Vater "wenn ich schon in ein Heim muss, dann will ich hierher" und somit stand die Entscheidung fest
Ich weiß nicht mehr genau wie viel Zeit verging bis ich dort eingezogen bin, aber ich kann mich gut an die Zeit erinnern die ich dort verbrachte. In Erinnerung sind mir besonders Frau Helbig, Frau Dreibrot, Schwester Elke und auch Herr Oberländer geblieben
Auch in dem Kinderheim hatte ich es nicht leicht, vor den anderen Kindern / Jugendlichen musste man sich natürlich erst mal behaupten und da ich eh aus Berlin kam und vieles hinter mir hatte, viel mir das nicht wirklich schwer. Ich habe dort auch viel Blödsinn gemacht und hatte öffter Gespräche mit den Erziehern bzw dem Heimleiter, allerdings muss ich sagen, dass das Heim das beste war, was mir passieren konnte. Ich habe mein Schulabschluss beendet, wusste was ordentliche Kommunikation ist, habe einen Ausbildungsplatz bekommen und hab die Kurve bekommen
Ich bin den Erziehern, meiner damaligen Psychologin und auch dem Heimleiter überaus dankbar, denn dieses Kinderheim rettete mir mein Leben
Ich glaube rausgekommen bin ich im Jahre 2002 oder 2003. Ich danke hier nochmals aus ganzem herzen meinen Erziehern, dem Heimleiter, der Psychologin und auch meinen Freunden, ohne die ich das wohl nicht geschafft hätte
Es gibt wahrscheinlich auch Leute die sagen, oh mein Gott, Kinderheim? Niemals! Aber ich muss zumindest zum Rankenheim sagen, es gab dort überaus Kompetente Erzieher, die genau wussten was sie taten und auch wussten, wie sie mit mir umzugehen haben, ob es meine familiäre Situation betraf, meine Aggressionen oder auch meine schlechten Schulischen Leistungen. Es konnte mir nix besseres passieren
Ich danke euch, denn heute bin ich stolze Mama von einem 5 jährigen Sohn, der mein ein und alles ist
Wenn mich Leute aus dieser Zeit kennen, dann würde ich mich über Nachrichten sehr freuen
Liebe Grüße eure Geraldine