Das ist eben das schlimme dabei, denn irgendwann bricht es aus einen heraus, und meist endet es nicht gut, denn die Flashbacks sagen nicht vorher bescheid, du ich komme jetzt, mach mal alles schön dicht. Mit einemmal sind sie da, und der Geist ist dann völlig außer Kontrolle. Da sie dann ein Ventil suchen, endet es wieder nur in Gewalt. Der Außenstehende hat dafür natürlich kein Verständnis, weil er es eben nicht erlebt hat. Viele reagieren dann mit Kopfschütteln und unterstellen demjenigen, dass er sich doch Hilfe suchen kann, oder vielleicht noch selber Schuld, an der Sache hat. Viele wissen gar nicht, wie schwer es den Betroffenen fällt, überhaupt einen Anfang zu machen, weil sie eben Angst vor Stigmata und Vorurteile haben, denn wir werden doch schon seit Generationen in eine Schublade gesteckt. Viele schämen sich auch, über das Erlebte zu sprechen, weil die Schahm so groß ist, durch das Erlebte, und daher kommen so viele auch nicht klar damit.
Ich habe mehrfach über diese sehr interessante Analyse nachgedacht und bin erschreckend deutlich darauf gestoßen, wie das mit solchen Ausbrüchen immer wieder geschehen konnte, wann und wie sie sich bei mir entluden bzw. es begann, solche Flasbacks gewaltsam zu "bekämpfen" und schrieb es schon, dass es irgendwann in den 30- und Anfang 40-igern Reinszenierungen gab. Spiele. Kein normaler Mensch würde es verstehen wollen.
Es gibt Themen, die man aus Angst, zu schockieren, für sich behält, weil nur wirklich Gleichgesinnte verstehen können und jene vielleicht hoffen, dass es umgekehrt genauso ist.
Du schreibst von Ventilen und genau sie suchte und fand ich ein paar Male mit Leuten, denen man absolut Vertrauen entgegenbringen musste, wo man sich wirklich fallen lassen konnte. Das fiel beim ersten Mal nicht leicht, kein Außenstehender kann verstehen, s. Schubladen, Stigmata, doch eines konnte man durch diese Menschen 'erlernen', man ist nicht allein, sich öffnen Vertrauen. Kannte ich zuvor kaum. Das hatte mit Sucht zu tun, erdulden und verstehen lernen wollen, um ein mehrfaches, was man als Kind ertragen musste. Der Unterschied, Kinder wie wir hatten keine Macht, mussten unfreiwillig ertragen. Erwachsene können, wenn sie wollen, ertragen, es zulassen.
Auch dunkle Erfahrungen mit Anderen können lehrreich und hilfreich sein, wenn sie im gegenseitigen Respekt und Vertrauen geschehen. Ich hatte nie bereut, doch blieb ich nicht dabei bzw. löste mich davon, weil ich nicht bereit war, zu geben, was Andere auch suchten. Menschen sind vielseitig im Spiel.
Schon wieder ist nicht zu ertragen, was man liest, in Nachrichten hört. Es heißt, von Deutschland hinge ab, ob es zum Frieden in der UKR käme. Kann diese Last ertragen werden, diese Schuld, Waffen zu liefern, mit Ihnen weiterhin Gewalt zu verstärken, den Menschen Leid zu bringen und was ist gerade wieder im Jemen los?
Ein neuerlicher Kriegsausbruch steht bevor. Was wird getan werden müssen, um diese Entwicklungen zu verhindern?
Mental ist das auf Dauer nicht zu ertragen und ich glaube sogar, dass die "Spirale der Gewalt" wie Kriege zum bösen Spiel, die katastrophale Überbevölkerung der Menschheit nicht ausufern zu lassen, "dazugehören".
All das ist visuell erlebte Gewalt, die wir aus Selbstschutzgründen verdrängen, weil man sie emotional nicht ertragen kann, müssen wir uns ablenken, sonst zieht es einen in den Sumpf, wenn nicht sogar in den Sadomasochismus.
Süchte kompensieren Gewalt, nur kann man sie nicht etwa verbieten, wie man in der Zeit begonnen hat, Manches zu verbieten. Das funktioniert nicht, weil Menschen sich immer wieder wehren und das ist auch gut so. Die Wege sind vielfältig und durch Verdrängung verschwindet nichts. Es gab alles schon immer. Nichts ist neu..